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Kindsalabim – Zauberhafte Kinderevnents

Liebe Leser,

nun ist es soweit. Die Homepage der Eventagentur „Kindsalabim“ ist online.

Wir garantieren Spiel, Spaß und Spannung für die kleinen Gäste auf Ihrem Event:

http://www.kindsalabim.de/

Für jede Feierlichkeit haben wir passende Angebote. Künstler, Kreativangebote oder Bewegungsangebote.

Viel Spaß beim Stöbern 🙂

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High-Tech Schule für Kinder von Google, Ebay und Co.? Von wegen!

Auf was für eine Schule schickt der Technische Direktor (CTO) von Ebay seine Kinder? Und zahlreiche Mitarbeiter von Technologie-Giganten wie Google, Apple, Yahoo und Hewlett-Packard?

Modernste Smartboards als Schultafel, jedes Kind mit einem eigenen Pc oder Tablet und 3D Projektionen im Raum. So könnte man sich ein Klassenzimmer vorstellen, in welchem die Kinder Silicon Valleys für die Zukunft lernen.

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Doch die Realität sieht anders aus – ganz anders! Schultafeln mit bunter Kreide, Bücherregale mit Enzyklopädien, Holztische, Stifte und Papier, Stricknadeln und Lehm haben die Kinder beispielsweise als Arbeitsmaterial. Monitore sind in der Schule nicht zu finden. Mobiltelefone oder Tablets sind auf dem Schulgelände verboten.

Eine Waldorfschule; Es ist eine Waldorfschule auf der viele Kinder der Technologie-Elite auf das Leben vorbereitet werden. Die Schule auf der man bekanntlich seinen Namen tanzen lernt. Oft verspottet und abgestempelt als die Schule für die „langsameren“ Kinder. Erstaunlich, dass gerade die weltweit wahrscheinlich besten Technologie-Experten eine Schule für ihre Kinder bevorzugen, in der „Medienkompetenz“ kein Thema ist. Sie ist den Eltern jährlich $17,750 (bis zur 8. Klasse) und $24,400 (danach) wert.

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Alan Eagle arbeitet in der Abteilung „Führungskommunikation“ bei Google und schickt beide seine Kinder auf die Waldorfschule in Silicon Valley. Er sagt, der Gedanke, eine App könne seinen Kindern das lesen oder rechnen besser beibringen sei „lächerlich“. Seine Tochter, die in die fünfte Klasse geht, wisse nicht, wie man Google benutzt. Sein Sohn (13) sei gerade dabei es kennen zu lernen. Alan Eagle findet, dass Technologie seine richtige Zeit hat, dass es also nichts für Kinder ist.

Auf die Frage, ob die Kinder denn nicht auf die „Moderne“ Welt vorbereitet werden müssen antworten viele Eltern: „Warum die Eile? Wo das erlernen dieser Fähigkeiten doch so einfach ist“. „Es ist  super einfach, etwa wie das benutzen einer Zahnbürste. Wir hier bei Google und auch andere Unternehmen machen Technologie so einfach zu bedienen wie möglich“ sagt Eagle über den Umgang mit Pc, Tablet  & Co.

In dem Artikel „Kinder im Medienlabyrith begleiten!“ wurde das Thema Umgang mit Medien bereits behandelt. Die Menschen, welche die Technologien entwickeln die wir täglich benutzen und unsere Kinder benutzen lassen, werden sicherlich wissen wie „nützlich“ und „notwendig“ es tatsächlich ist, Kinder so früh wie möglich „Medienkompetent“ zu machen.

Ich sehe immer häufiger Eltern, die ihren Kindern/Baby´s das Tablet in die Hand drücken und empfand diese Information zu den Kindern von führenden Technologie-Entwicklern daher als besonders interessant.

(Quelle: http://www.nytimes.com/2011/10/23/technology/at-waldorf-school-in-silicon-valley-technology-can-wait.html?pagewanted=all&_r=1& )

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Wasserscheu? Wassergewöhnung!

Kinder können aus verschiedensten Gründen wasserscheu sein. Im Kontakt mit dem Wasser sind sie dann gehemmt, schreckhaft und abgeneigt. Dabei kann das Bewegen im Wasser die Entwicklung des Gehirns und des Körpers sehr positiv beeinflussen. Wenn Kinder Angst vor dem Wasser haben und keine Hilfe dabei bekommen sie zu überwinden, verpassen sie  die Gelegenheit, eine körperliche und geistige Erfahrung zu machen, die sie „an Land“ nirgends machen könnten.

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Wie können die Hemmungen gegenüber dem Wasser abgebaut werden?

Ganz sicher nicht! mit der im Volksmund als „Schocktherapie“ bekannten Methode! Ein Kind das Angst vor dem Wasser hat plötzlich ins Wasser zu werfen wird selbstverständlich die Angst nur vergrößern.

Nein, Vertrautwerden braucht Zeit. Deswegen müssen Eltern bzw. Gruppenleiter ihre Kinder genau beobachten und die individuellen Eigenarten des Kindes berücksichtigen. Das Kind muss selbst bestimmen dürfen in welchem Tempo die Wassergewöhnung voranschreitet. Erwachsene sollten ermutigen und nicht drängen.

Dabei sind folgende allgemeindidaktische Prinzipien zu verfolgen:

→Vom einfachen zum schweren.

Vom bekannten zum unbekannten.

Nun folgen einige Anregungen für aufeinander aufgebaute Übungen/Spiele:

  • „Stufe 1“:

Spielzeug, Bälle ins Wasser werfen (von Weit & Nah)/ Sich selbst in der Reflexion des Wassers betrachten / Den Finger ins Wasser tunken und die fallenden Tropfen & das Wasser beobachten / Mit den Wasserspielzeugen am Beckenrand sitzen und spielen/ Mit der Hand das Wasser in Bewegung bringen (Langsam &Schnell) / Hände und Füße im Wasser bewegen / im Hüfttiefen Becken gehen

  • „Stufe 2“

Ball werfen und fangen / Planschen / Schultertief im Wasser sitzen und spielen / Wasser in den Mund nehmen und im Strahl auspusten /Luftblasen mit dem Mund erzeugen

  • „Stufe 3“

Wasserschlacht! / Gesicht bzw. Kopf ins Wasser tauchen (Mit Brille z.B sich gegenseitig Zahlen mit den Findern unter Wasser zeigen) / Unter Wasser Worte raten/ Vom Beckenrand in die Arme des Erwachsenen springen /

  • „Stufe 4“

Tauchen / Schwimmen (mit oder ohne Flügel) üben

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Bei dem Spiel mit und im Wasser muss das Kind sich sicher und geborgen fühlen. In einer harmonischen Atmosphäre wird die Neugier des Kindes die Angst vor dem Wasser überwinden. Wenn es dann noch auf den Geschmack kommt und den Spaß entdeckt, werden sie das Kind nicht mehr so einfach aus dem Wasser bekommen.

Aus Interesse und zum Vergleich füge ich eine Umfrage in den Eintrag und Frage: 1. Kennen Sie selbst ein Wasserscheues Kind? Mit wieviel Jahren konnte dieses Kind  schwimmen? 3. In welchem Alter lernt ein hemmungsloses Kind Ihrer Einschätzung nach schwimmen?

 

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Kinder im Medienlabyrinth begleiten!

Einer der Hauptfaktoren für Bewegungsmangel sind Medien wie Computer, Konsolen oder TV. Diese richten ihre Angebote nicht etwa nach pädagogisch wertvollen Inhalten sondern nach den Gesetzen des Marktes. Produziert wird, was sich am besten verkaufen lässt. Dabei werden oft, implizit oder explizit, Botschaften und Werte vermittelt, die der sozial-emotionalen Entwicklung von Kindern eindeutig schaden. Hinzu kommen die negativen Konsequenzen für die kognitive Entwicklung. Wie ich in dem Beitrag „Bewegungsförderung im Säuglingsalter“ bereits beschrieben habe, entwickeln sich Synapsen im Gehirn in der AKTIVEN Auseinandersetzung mit der Umwelt. Im Umgang mit Medien bleibt das Kind jedoch meist passiv, Nervenverbindungen werden nicht genutzt und entwickeln sich dabei unwiederbringlich zurück.

Kinder in Deutschland verbringen durchschnittlich 90 Minuten pro Tag vor dem Fernseher. Weitaus erschreckender ist die Anzahl der Kinder mit einem Fernseher in ihrem Kinderzimmer: 39% der Kinder in Deutschland!! (Stand 2012) Hinzu kommen Spielkonsolen bei fast der Hälfte aller Kinder plus Handys und PC´s. Studien stellen fest, dass die mediale Ausstattung des Kinderzimmers u.a vom Bildungsgrad der Eltern abhängt. Kinder von Eltern mit höherem Bildungsabschluss haben seltener Fernseher, Mobiltelefone und Spielkonsolen in ihrem Kinderzimmer als Kinder von Eltern mit niedrigerem Bildungsabschluss, dafür aber öfter Computer bzw. Laptops . (Marktforschungsinstitut Innofact)

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Auch wenn die negativen Auswirkungen des Medienkonsums auf die kindliche Entwicklung mehrfach bewiesen sind, sind Medien dennoch ein Teil der modernen Gesellschaft und scheinen unverzichtbar. Es geht bei der Erziehung also um Schadensminimierung oder um das vermitteln des richtigen, kritischen Umgangs bzw. um Vermittlung von Medienkompetenz.

Kinder erlernen den Umgang mit den Medien vor allem von der Familie. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern zuerst ihren eigenen Umgang mit den Medien kritisch betrachten, bevor sie den Medienkonsum ihrer Kinder einschränken oder kontrollieren. In den meisten Wohnzimmern wird schon allein durch die Ausrichtung der Möbel der Fernseher zum Zentrum des Familienlebens gemacht. Spielen Fernseher und Computer eine zentrale Rolle im Leben der Eltern und sind fester Bestandteil des Tagesablaufs, ist es nicht von ungefähr, dass auch das Kind ihnen große Bedeutung beimessen wird. Fernseher, PC´s und Handy´s selber viel Zuneigung geben und es seinen Kindern kategorisch verbieten ist heuchlerisch und wird sich eher negativ als positiv auf die Beziehung des Kindes mit den Medien auswirken. Das Kind wird sich unverstanden und nicht ernst genommen fühlen. Es wird von wichtigen Erlebnissen gegenüber ihrem Freundeskreis ausgeschlossen und kann die Gründe nicht nachvollziehen. Je stärker das Verbot ist, desto Reizvoller wird das Medium erscheinen. Der Einsatz der Medien als Belohnung und Bestrafung macht die Medien ebenfalls nur reizvoller und rückt deren Bedeutung nur noch mehr in den Mittelpunkt.

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Bis zum 10. Lebensjahr können sich Kinder nicht von dem distanzieren was sie im Fernsehen oder in Computerspielen sehen. Es fällt ihnen oft schwer zwischen Wirklichkeit und Fiktion zu unterscheiden. So können sie Inhalte nicht hinreichend verarbeiten und brauchen deshalb die Unterstützung der Eltern. Daher ist es sehr wichtig, dass Eltern ihre Kinder beim Fernsehen begleiten, für Fragen bereitstehen und beim Verarbeiten helfen. Das gilt natürlich auch, ja sogar erst recht, für Kinder mit Geräten die Internetzugang haben. Tablets und Smartphones scheinen ein immer jüngeres Publikum anzusprechen. Die Möglichkeit des mobilen Internetzugangs bietet Kindern und Jugendlichen viele Möglichkeiten, birgt aber auch die Gefahr auf Zugang zu nicht altersgemäßen Inhalten.

Wir lassen den Fernseher den ganzen Tag laufen, schenken unseren Kindern Spielkonsolen mit Spielen die sie sich wünschen zum Geburtstag ohne diese zu prüfen und sind erstaunt über die immer hemmungslosere Gewaltbereitschaft der „Jugend von heute“. Überfordert von den alltäglichen Herausforderungen nehmen wir es hin, dass unsere Kinder und Jugendlichen viele Stunden vor dem Fernseher verbringen, sich Sendungen ansehen in denen nahezu nackte, abgemagerte Frauen sich zu (Sex-)Objekten degradieren und sich zu den Männern hingezogen fühlen, die am meisten Prestigeobjekte besitzen und wundern uns darüber wie unanständig die Jugend von heute doch geworden ist.

Eltern müssen sich die Zeit nehmen ihre Kinder in der wahnsinnigen Welt der Medien zu begleiten. Sie zu schützen vor dem offensichtlichen Werteverlust. Statt Verbote durchzusetzen sollten sie Alternativen anbieten. Bilderbücher, Hörbücher und Gesellschaftsspiele sind mögliche Alternativen für Zuhause. Erst recht hat keine Sendung und kein Computerspiel eine Chance gegen den Satz: „Hast du Lust, schwimmen zu gehen?“

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Motivation zur Bewegung – Zeit für Entwicklung

Bekommen Kinder in einer harmonischen Atmosphäre vielfältige Anreize, die ihrem Entwicklungsstand und ihren Fähigkeiten entsprechen, werden sie erwartungsgemäß motiviert sein aktiv zu werden und neues auszuprobieren. Dabei ist es genauso wichtig dem Kind Zeit zu lassen sich intensiv mit einer Situation zu beschäftigen und ihm nicht zu viel gleichzeitig anzubieten. Dabei sollte man sich dem Entwicklungsstand und den individuellen Besonderheiten des Kindes orientieren. Jedem Kind muss genug Zeit gegeben werden, seinen Körper kennenzulernen und seinem eigenen Rhythmus entsprechend Entwicklungsfortschritte zu machen. 

Dank ihrer Phantasie finden Kinder überall Bewegungsmöglichkeiten. Niedrige Mauern laden zum balancieren ein, über Steine kann gesprungen, Tauben in der Fußgängerzone müssen verjagt werden. Kinder suchen gezielt den konkreten Umgang mit den Dingen und Bewegungserfahrungen um sich die innere Vorstellung von äußeren Dingen aufbauen zu können.

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Um diese, für die Entwicklung notwendigen, Bewegungserfahrungen zu machen, brauchen Kinder jedoch viel Zeit. Zeit die Erwachsene oft nicht haben oder sich nicht nehmen. Es macht einen großen Unterschied ob ein Elternteil sein Kind in den Buggy setzt, um schnell an das Ziel zu gelangen, oder dem Kind die Möglichkeit und die Zeit bietet, die Strecke zu Fuß zu gehen und aktive Bewegungserfahrungen zu machen.

Für Erfahrungs- und Wahrnehmungsprozesse ist es notwendig dem Kind die Möglichkeit zu bieten, experimentierend und erforschend mit seiner Umwelt umzugehen und selbstständig Erfahrungen zu sammeln. Das Kind braucht Möglichkeiten und vor allem Zeit um Lösungswege zu finden oder durch Bewegungserfahrungen wie Schaukeln, Balancieren und Rutschen die Bedeutung von Schwung, Gleichgewicht und Schwerkraft zu begreifen. Die Motivation sich zu bewegen, ist bei Kindern von Natur aus gegeben, kann aber stark von dem sozialen Umfeld gefördert oder aber auch gehemmt werden. Der Familie steht dabei in den ersten Jahren eine besonders große Rolle zu.

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Kinder brauchen Kinder! – Für eine gesunde soziale Entwicklung

In den ersten beiden Lebensjahren sind die Eltern die wichtigsten Spielpartner des Kindes. Da sie sich jedoch ganz auf das Kind einstellen, seine Wünsche berücksichtigen und ihm beim Spiel den Vorzug lassen, sind sie nur begrenzt realistische Spielpartner. Um die Regeln des sozialen Miteinanders zu lernen, müssen Kinder mit anderen Kindern spielen und werden bereits ca. ab Beginn des zweiten Lebensjahres auch zunehmend Interesse am Spiel mit Gleichaltrigen entwickeln. Es sind die erworbenen Bewegungskompetenzen, die es dem Kind ermöglichen, sich schrittweise aus der engen Eltern – Kind – Beziehung der ersten Lebensjahre zu lösen und Kontakte zu anderen Personen aufzubauen. 

Im Kindesalter haben körperbezogene Themen einen hohen Stellenwert. Die Persönlichkeit von Heranwachsenden hat noch nicht die Stabilität erreicht, die es im Erwachsenenalter haben wird. Sozialisierende Funktionen des Bewegungsspiels lassen sich daher stärker im Kindesalter erwarten.

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Viele im Vorschulalter erworbene Verhaltensmuster überdauern und prägen nachfolgende Lebensabschnitte. Daher können positive Anreize der Bewegungserziehung auf die soziale Entwicklung einen wesentlichen Beitrag zum Hineinwachsen des Kindes in sein soziales Umfeld leisten. Bewegungsspiele scheinen sich für das Hineinwachsen in eine soziale Gemeinschaft besonders gut zu eignen, da sie zahlreiche Situationen beinhalten, die eine Auseinandersetzung und Konfliktlösung mit Anderen erforderlich machen. Soziale Kontakte vollziehen sich im Kindesalter, ob im Kindergarten oder in privaten Familienkontakten, im Wesentlichen durch Bewegungshandlungen.

Wenn Kinder sich bewegen, tun sie dies oft mit der Absicht, sich gemeinsam mit anderen Kindern zu bewegen und über das Bewegen mit anderen in Beziehung zu treten. Im gemeinsamen Bewegungsspiel können Kinder vielfältige soziale Fähigkeiten, Normen und Werte erfahren. Sie können lernen sich zu verständigen, zu kooperieren, hilfsbereit zu sein und Regeln einzuhalten und auch nachzugeben oder sich zu behaupten, sich durchzusetzen oder unterzuordnen und erleben von anderen angenommen oder auch abgelehnt zu werden.

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Sie haben in Bewegungshandlungen die Möglichkeit zu lernen sich mit Anderen, sowohl auf sprachlicher- als auch auf körperlicher Ebene, zu verständigen. Wenn beim Bewegungsspiel beraten wird, Spielregeln diskutiert oder Rollen verteilt werden, wird verbale Kommunikationsbereitschaft und -fähigkeit gefordert und gefördert. Auf non-verbaler Ebene entsteht Kommunikation und Verständigung bspw. beim Tanzen oder im (Partner-) akrobatischem Spiel. Kinder erfahren ein Sich-Einfühlen-in und Reagieren-auf den Körper des anderen. Sie erfahren was es bedeutet „aufeinander eingespielt“ zu sein und sich „blind zu verstehen“. Gemeinsame Bewegungshandlungen erfordern auch immer Kooperationsbereitschaft bzw. -fähigkeit und bei Leistungsheterogenen Partnern auch ein hohes Maß an Empathiefähigkeit, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft.

Was im Bewegungsspiel gelernt wird ist nicht immer deckungsgleich mit dem, was aus pädagogischer Sicht gelernt werden soll. So werden u.U. auch negative Erfahrungen sozialen Handelns im gemeinsamen Spiel gemacht. Manchmal ist zu beobachten, dass sich bestimmte Kinder stets unterordnen und sich nicht durchsetzen können. Die Unfähigkeit an Bewegungshandlungen gleichaltriger teilzunehmen kann bspw. auch eine Ablehnung in – oder Abstoßung aus – der Gruppe zur Folge haben. Einfühlsame Beobachtung und behutsame Einflussnahme durch den Erwachsenen ist daher erforderlich um vermitteln, ggf. auch intervenieren und somit gewünschte soziale Verhaltensweisen vermitteln zu können.

Erwachsene können die Sozialerziehung im Bewegungsspiel maßgeblich begünstigen. Dazu ist es zunächst notwendig, dass sie als leitende oder beobachtende Personen eine emotional zugewandte, erzieherisch ausgerichtete Haltung einnehmen. Es gilt, Situationen zu schaffen, die zur Zusammenarbeit und Auseinandersetzung mit Anderen herausfordern. Damit beim dem sozialen Miteinander Lernprozesse stattfinden können, ist es von großer Bedeutung eine Atmosphäre des sozialen Wohlbefindens herzustellen in der Lernprozesse harmonisch stattfinden können. Der Aufbau partnerschaftlicher Beziehungen und wertschätzender Begegnung wird eine positive Atmosphäre schaffen, in der sich insbesondere unsichere und „schwächere“ Kinder nicht als Außenseiter fühlen. Dabei sollten die Kinder auch offene Situationen des sozialen Handelns vorfinden und Selbst- und Mitbestimmungsrecht bei der Gestaltung des gemeinsamen Spiels bekommen. Erwachsene sollten dabei das pro-soziale Verhalten vorleben, und das der Kinder erkennbar wertschätzen..

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Taktile Wahrnehmung

Die Haut, als das größte sensorische Organ des Körpers, hat viele überlebenswichtige Funktionen. Es dient als Schutzhülle, zur Temperaturregulation, als Träger des Stoffwechsels, als Atmungsorgan und Sinnesorgan zugleich. Die Hautoberfläche kann mithilfe einer großen Anzahl von sensorischen Wahrnehmungsrezeptoren verschiedene Reize wie Temperatur, Berührung, Schmerz, Vibration, Druck und Zug wahrnehmen. Sie gilt zudem als das erste Medium für soziale Kontakte des Menschen.

Die taktile Kommunikation wird als erste Sprache des Kindes betrachtet und auch „die Mutter der Sinne“ genannt, da Berührung eine Grundlage der sozialen Existenz darstellt. Über die taktile Wahrnehmung lernt das Kind verschiedenen Arten von Berührungen entsprechende Bedeutungen zu geben. Es erfährt beispielsweise die Bedeutung von Zärtlichkeit und Wärme oder Gefühlskälte und Schmerz. Dabei kann der Körperkontakt sowohl, wie oben beschrieben, auf interpersonaler Ebene (von Mensch zu Mensch) stattfinden, als auch auf intrapersonaler Ebene. Unter Körperkontakt auf intrapersonaler Ebene werden Berührungen des eigenen Körpers und von Gegenständen der dinglichen Umwelt verstanden. Es wird angenommen, dass Körperkontakte Auswirkungen auf die körperliche Entwicklung (bspw. neuronale Entwicklung im Gehirn; Ausbildung der Organe, des Körperwachstums und der Motorik) und auf das Verhalten (bspw. Emotionsregulation und soziale Kompetenzen) haben. (vgl. Pannhorst, 2011, S.98f)

Die Haut ist jedoch nicht nur ein „Kontakt-Organ“ sondern auch ein (Sinnes-) Organ über welches der Mensch wesentliche Erkenntnisse über seine eigene Person und seiner Umwelt sammeln Kann.

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Neben seiner so wichtigen Rolle als Kommunikationsorgan spielt die Haut, insbesondere im Bereich der Hände, Füße und dem Mund, eine bedeutende Rolle als Erkundungsorgan. Kinder wollen nicht ohne Grund alles anfassen oder in den Mund stecken. Durch das Anfassen, Greifen, oder in den Mund stecken eines Objekts nimmt das Kind Informationen über Größe, Gewicht, Form, Oberflächenbeschaffenheit, Konsistenz und Temperatur des Objektes auf. Diese Wahrnehmung mit den Extremitäten oder dem Mund geschieht meist unbewusst.

Die taktile Wahrnehmung wird erst dann vordergründig, wenn das visuelle System, z.B. durch Schließen der Augen, ausgeschaltet wird. Daher sind zur Schulung der taktilen Wahrnehmung Tastspiele zu empfehlen, bei denen die Augen der Kinder geschlossen bzw. verbunden sind. Dabei ist eine große Bandbreite von entspannenden Berührungsspielen bis zu Tastparcours für Füße und Hände möglich.

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